Neues aus der Schreibstube

Zwei Monate sind seit meinem letzten Blog-Eintrag vergangen.

Zwei läppische Monate, in denen ein winziges Virus unser aller Leben – weltweit – auf den Kopf gestellt hat. Pandemie, heißt das Schlagwort. Corona, erschreckende Todeszahlen, völliger shut down, geschlossene Grenzen, Kontaktsperre, mancherorts sogar Ausgangssperren, Verständnis und Unvernunft, Kurzarbeit, Systemrelevanz, Milliarden-Unterstützungspakete für die Wirtschaft – in der BRD, abgesagte Großveranstaltungen, keine Gottesdienste, Hamsterkäufe (WC-Papier! Echt jetzt?), fehlende Schutzkleidung, selbstgenähte Augen-Nasen-Masken, Maskenpflicht, Ansprache der Kanzlerin an die Nation, allmähliche Öffnung einiger Geschäfte, angedachte Öffnung der Schulen – vorerst für die Abschluss- bzw. Prüfungsklassen …

Panik wechselt sich mit Leichtsinn und wilden Verschwörungstheorien ab. Unvernunft mit Mitgefühl und dem entsprechend angebrachten und rücksichtsvollen Handeln all denen gegenüber, die als (Hoch)risikopatienten gelten (würden).

Gestern wurde ich von einer Zeitung um ein Interview gebeten mit dem Thema: Die Pandemie und die Autorin.

Darin habe ich u.a. Fragen über meine finanziellen Einbußen beantwortet. Aktuell, weil eine Lesung nach der anderen abgesagt werden musste, darunter wirklich große und großartige Veranstaltungen. Viel heftiger wird mich/uns, wie auch meine Autorenkollegen, das allerdings im nächsten Jahr treffen, wenn (eigentlich) die Honorarabrechnungen für die verkauften Bücher aus dem Jahr 2020 eintreffen sollten. (Und es vermutlich keine unbürokratischen Soforthilfen vom Staat mehr geben wird???)

Denn die Buchläden sind ja ebenfalls geschlossen worden, Bücher, wie mein „Das Lächeln des Drachen“, kamen kurz vor dem sanften shut down (oder noch schlimmer: genau währenddessen) auf den Markt – und gingen mit de Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens unter. „Corona-Bücher“. (Dazu muss man wissen, dass ein Roman heutzutage eine Haltbarkeit von sechs bis acht Wochen hat. Danach ist er alt und out. Jede Aufmerksamkeit – und Verkäufe – die dem Buch in dieser Zeit fehlen, kann es normalerweise nie wieder aufholen.

Die Verlage hofften auf ein Anziehen der Ebooks, was nur bedingt stattgefunden hat. Offenbar wollen die deutschen Bürger in diesen Zeiten kein Geld für Litaratur ausgeben. (Zumal eine Menge Streamingdienste plötzlich die Filme kostenlos angeboten hatten …) Lieber für WC-Papier …?

Wie auch immer – und wie auch immer Corona euer soziales, gesellschaftliches oder wirtschaftliches Leben beeinflusst hat …

Wir (und da will ich mich nicht rausnehmen) jammern auf einem extrem hohen Niveau. Das erkennen wir, wenn wir mal von uns weg auf andere Länder schauen. In Europa. Und wenn wir dann mal nach Südamerika blicken, nach Asien, nach Afrika …wird uns das hoffentlich allen sehr deutlich bewusst werden (auch wenn wir die wirklichen Todeszahlen dort, das Elend, die neue Armut, die Verzweiflung und das Leid niemals werden vollständig erfahren und erfassen können). Uns geht es weit besser als (geschätzten, und vermutlich zu niedrig geschätzten!) 90 Prozent vom Rest der Welt!

Ich möchte dankbar sein über eine Regierung, die besonnen reagiert hat und abzuschätzen versuchte, was wichtiger ist: Der drohende wirtschaftliche Schaden (in einem sehr reichen Land!) oder die Sicherheit und das Leben der Bürger. Wie so oft werden wir erst „hinterher“ schlauer sein – vielleicht werden wir aber auch nie erfahren (müssen), ob dieser völlige shut down wirklich sinnvoll, wichtig, ja überlebenswichtig war (wenn ich auf die Opferzahlen in Italien und Spanien blicke, in den USA … bin ich mir da ziemlich sicher). Jedenfalls bin ich dankbar, dass die Rettung von MENSCHENLEBEN über den wirtschaftlichen Interessen stand. Und dafür sage ich DANKE!

Jetzt steht da als Überschrift „Neues aus der Schreibstube“, denn eigentlich wollte ich das Thema Corona nur ganz kurz anreißen, mit dem Hinweis, dass in der Zeit, in der viele Menschen Kurzarbeit (und offenbar Langeweile ?) hatten, ich in Arbeit beinahe unter gegangen bin. Tja, so viel zu „ganz kurz“.
Es gibt einiges Neues, wobei ich über (nochmals) einiges davon noch nichts sagen kann.
Jedenfalls hat Gerth Medien auf den einbrechenden Buchmarkt reagiert und auf die für Juni angekündigte Wiederauflage der dreiteiligen Meindorff-Saga verzichtet, bzw. diese auf das Jahr 2021 verschoben.

Auf den Weg macht sich der Auftakt einer neuen „kleinen“ Reihe aus meiner Feder, quasi als Nachfolger für die „Unter dem“ – Reihe. Das Lektorat ist von mir überarbeitet bereits wieder beim Verlag. Inzwischen habe ich auch ein wunder-wunder-wunderschönes Cover bekommen. Ich werde es euch bald zeigen!
Naürlich hoffe ich, dass dieses neue Buch dann unter besseren Voraussetzungen erscheinen wird, als der abgestürzte „Drache“. (Wobei die Absage des Münchner Oktoberfest und der Stuttgarter Wiesn, darauf hindeuten, dass wohl auch die Frankfurter Buchmesse nicht stattfinden wird …)

Einen weiteren Noa C. Walker- Roman habe ich beendet und an tinte&feder geschickt, ich rechne bald mit dem Lektorat. Inzwischen habe ich den „großen“ Gerth Medien- Roman für Frühjahr 2021 in Bearbeitung … Hierzu folgendes – von meiner FB-Seite:

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mit einem Manuskript begonnen, das ein kleines Experiment für mich war, hatte ich Vergleichbares doch noch nie geschrieben. In Teilen, ja, aber nicht ein ganzes Manuskript. Ich hatte große Zweifel, ob das wirklich etwas werden könnte … aber immer weiter geschrieben, schließlich war das Manuskript ja schon mal angefangen. Und ein rechter Schwabe verschwendet schließlich nichts.
Jedenfalls bin ich jetzt fast fertig mit der ersten Überarbeitung des Rohtextes (es kamen einige andere Projekte dazwischen …) und bin hingerissen. Entzückt. Ein wenig verliebt in die Personen, das Setting, die Handlung. Wer hätte das gedacht! Also ich nicht!
Im Mai schicke ich das Manuskript an Gerth Medien, hat die Lektorin doch schon mal grünes Licht dafür gegeben. Auf ihre endgültige Rückmeldung bin ich dann aber schon sehr gespannt. Und auf eure! Das Buch ist für Frühjahr 2021 geplant.

Weitere (begonnene) Projekte sind in der Warteschleife, eine sehr aufregende (yeah!) Neuigkeit muss noch vertraglich festgezurrt werden, bevor ich darüber sprechen kann.

Und glaubt mir: Ich würde viel lieber frei heraus erzählen. Aber das geht leider nicht. (Vielleicht ist deshalb der Corona-Abschnitt da oben so lang geworden – weil ich mich hier unten so kurzfassen muss) 🙂

Jedenfalls: der Nachschub rollt und ich hoffe, ihr seid so lieb und kauft fleißig ein, was schon verfügbar ist. Das würde mir und meiner Familie – im Ausblick auf nächstes Jahr – wirklich sehr helfen.
Die Buchhandlungen dürfen ja jetzt wieder öffnen. Oder bestellt online. (bei Buchhandlungen, bei Gerth Medien oder gern auch direkt bei mir, dann kommen die Bücher sogar signiert zu euch, wobei ich leider nicht mehr versandkostenfrei liefen kann.) Beschenkt doch eure Lieben zu allen Festen, die in diesem Jahr noch anstehen … mit einem Büchle-Buch.

Am Allerwichtigsten ist mir jedoch: Bleibt gesund!

Über Elisabeth

Autorin historischer und zeitgenössischer Romane
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4 Antworten zu Neues aus der Schreibstube

  1. Regina Schwarzenberg sagt:

    Ich habe den Drachen gelesen, ein tolles Buch, wieder absolut gelungen, konnte es fast nicht weg legen!
    Freue mich schon sehr auf den “Nachschub“!
    Danke für die schönen Lesestunden. Man kann richtig abtauchen.
    LG von Regina aus dem Erzgebirge

  2. Evelin Petrov sagt:

    Ich schleiche schon geraume Zeit um den Drachen herum und habe beschlossen, mir das Buch „als Belohnung“zu kaufen. Wenn ich mein aktuelles Schreibprojekt fertiggestellt habe. Ich sollte mich beeilen:)

    Dass die Krise Autoren, die auf das Einkommen angewiesen sind, hart treffen könnte – daran habe ich gar nicht gedacht. Da ich bis jetzt „nur“ Kinderbücher geschrieben habe und diese Veröffentlichungen nur ein kleines Nebeneinkommen sind.

    So gerne würde ich mal eine Ihrer Lesungen besuchen! Gibt es da mittlerweile Termine? Vielleicht habe ich ja Glück und es findet irgendwann eine Lesung statt.

    Herzliche Segensgrüße,

    Evelin Petrov

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