Text-Adventskalender 22. Dezember 2019

Was haben wohl diese Männer vor, die Falk so bedrohlich vorkommen, dass er sogar sein Brötchen in den Sand fallen lässt …? Ich öffne mal ganz schnell das nächsten Adventskalendertürchen für euch.

Der Preisboxer trat vor ihn. Falk tastete nach seinem Smartphone in der Gesäßtasche seiner Jeans. „He, ihr seid ja nur zu dritt! Vielleicht hättet ihr noch ein paar ältere Brüder und Cousins mitbringen sollen.“

„Großmaul!“, knurrte der Mann rechts von ihm.

„Ach, du kennst mich?“ Falk schwitzte. Es war unmöglich, die Wahlwiederholung zu aktivieren, ohne hinzusehen. Er vermisste die erhabene Tastatur früherer Modelle.

Jetzt näherte sich auch der Flügelkämpfer. Falk duckte sich, brach nach rechts aus und suchte sein Heil in der Flucht. Der Dritte stellte ihm ein Bein. Reichlich unsanft schlug Falk auf dem Boden auf. Das Telefon entglitt ihm. Er wollte nach dem beleuchteten Display greifen, doch einer der Angreifer kickte das Gerät mit dem Fuß aus Falks Reichweite. Der zweite Tritt traf Falk an der Schläfe. Er stöhnte. Schmerz explodierte in seinem Kopf. Die Nacht war ohnehin dunkel, nun sah er auch noch verschwommen. Sand knirschte zwischen seinen Zähnen. Jemand packte ihn am T-Shirt und zerrte ihn auf die Beine. Sie knickten kraftlos unter ihm weg. Was hatte Duke ihm gleich beigebracht? Seine Gedanken schwammen davon. Falk war nicht einmal mehr in der Verfassung, laut um Hilfe zu rufen. Er hatte schon verloren, bevor der Kampf überhaupt begonnen hatte.

Ein schwarzer Schatten flog über Falk hinweg. Ein Bein der Gestalt war angewinkelt, das nach vorn ausgestreckte traf Falks Angreifer mitten ins Gesicht. Der ließ ihn los, taumelte, stürzte und wälzte sich vor Schmerzen im Kies. Falk duckte sich. Die Gestalt wirbelte erneut über ihn hinweg, wobei sie dem zweiten Angreifer ebenfalls ins Gesicht trat. Dessen Kopf ruckte nach rechts; Falk glaubte, den Nacken knacken zu hören.

Katzengleich landete sein Helfer auf den Füßen, stellte sich zwischen ihn und den Preisboxer. Den langen Stock hervorziehen und dem dritten Angreifer damit die Nase brechen, war eine einzige fließende Bewegung. Der Kerl schrie auf und warf sich nach vorn. Der Ninja bewegte sich wie ein Kreisel von ihnen weg und sprang dem Mann Sekunden später in die Kniekehlen. Dessen Beine knickten ein. Er schnaubte wie ein wildgewordener Stier.

Falk versuchte, den flinken Schatten im Auge zu behalten, doch der war zu schnell. Oder Falks durchgeschütteltes Gehirn zu langsam. Hinter ihm bewegte sich etwas. Offenbar war der Flügelmann wieder auf den Beinen. Das blieb aber nicht so. Stockschläge, in einer Geschwindigkeit ausgeführt, dass Falk sie kaum wahrnahm, malträtierten Bauch, Brust und Nacken des Angreifers. Der begann zu jammern, verkroch sich schließlich in das schützende Dunkel der Nacht, das auch Falks ungewöhnlichen Helfer verschluckte.

Knurrend kam der Preisboxer auf die Füße.

„Lass es lieber sein“, warnte Falk halb weggetreten, jedoch voller Bewunderung für den schwarzen Schatten, der wie aufs Stichwort aus dem Nichts auftauchte und den Hünen ein zweites Mal in die Knie zwang. Der geheimnisvolle Kämpfer nutzte die Schulter des Mannes als Tritt und sprang erneut über Falk hinweg, als hätte er Sprungfedern unter den Schuhen.

Was es wohl mit diesem Kämpfer – Falks „Ninja“ auf sich hat …?

Über Elisabeth

Autorin historischer und zeitgenössischer Romane
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