Text-Adventskalender 19. Dezember 2019

Nachdem ihr jetzt Falks Eltern und auch Junia kennengelernt habt, springen wir beim Türchen 19 mal ein kleines Stückchen weiter im Text.

Übrigens: Heute und Morgen könnt ihr noch die Gutscheine für „Das Lächeln des Drachen“ und „Im Herzen die Freiheit“ bestellen.

Junia saß noch immer auf dem Stuhl in der hintersten Ecke des Raumes. Sie hörte, wie Falk trotz des Gewitters über das Festnetztelefon – wovon auf Sable Island dringend abgeraten wurde –mit jemandem in England telefonierte. Ihn wieder in ihrer Nähe zu wissen, löste verwirrende Gefühle in ihr aus.

Sein Interesse an ihr, als sie sich kennengelernt hatten, hatte ihr damals Probleme bereitet. Sie war nicht bereit für eine engere Freundschaft, kämpfte sie doch viel zu sehr mit ihrer Vergangenheit – und den daraus resultierenden Folgen für die Gegenwart. Außerdem hielt sie seine immerzu fröhliche Art für reichlich überdreht. Was sie ihm jedoch hoch anrechnete war die Tatsache, dass er sich sofort zurückzog, als ihm klar wurde, dass sie seine Gefühle nicht erwiderte. Daraufhin richtete er sein Interesse nicht etwa auf eine der anderen Praktikantinnen, obwohl einige von ihnen durchaus für den charmanten Sohn der namhaften Meeresarchäologen schwärmten. Vielmehr fiel er durch eine ungewöhnliche, fast schon altmodisch anmutende Zurückhaltung auf.

Als Magda sich bei einem Tauchgang verletzte, beobachtete Junia, dass in dem Filou, dem eher Schalk als Blut durch die Adern lief, ein besorgter, ja, ernsthafter junger Mann steckte. Er übernahm augenblicklich die Verantwortung und kümmerte sich liebevoll um seine Mutter. Das imponierte ihr. Dennoch blieb sie bei ihrer Überzeugung, dass eine Beziehung nicht in ihr Leben passte. Weder, was Falk betraf, noch irgendwelche Kommilitonen.

Schließlich war Falk abgereist, und auch sie war wenige Wochen später zum theoretischen Teil ihres Studiums zurückgekehrt und hatte ihn aus ihrem Gedächtnis verbannt.

Junia wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem telefonierenden jungen Mann zu. Falk hatte das Gespräch laut gestellt. So konnten sowohl Junia als auch Falks Eltern mithören, wie eine gewisse Rahel ihn herunterputzte, weil sie über mehrere Wochen hinweg nicht gewusst hatte, wo er sich herumtrieb. Gleich darauf ging sie dazu über, ihn mit unzähligen Fragen zu löchern, die Falk geduldig beantwortete. Er mochte Rahel und sie ihn, das war nicht zu überhören. Endlich gelang es Falk, Rahels Ehemann Duke ans Telefon zu bekommen, dessen erste Frage lautete: „Na, wie geht es deinem blauen Auge?“

Prompt drehte Magda sich um, und Falk schaltete schnell den Lautsprecher aus. Dukes Frage ignorierte er stur. Dafür erläuterte er Junias Lage und drängte seinen Freund mehr, als dass er ihn darum bat, seine Kontakte zu nutzen. Der Polizist sollte Details zu den Hintergründen des Überfalls auf Junias Eltern herausfinden. Obwohl es einer längeren Diskussion bedurfte und Junia es niemals gedacht hätte: Letztendlich sagte Duke zu, es zu versuchen.

Na, kennt ihr Rahel und Duke noch? Rahel aus „Das Mädchen aus Herrnhut“ und beide zusammen aus „Skarabäus und Schmetterling“ (wobei ich jetzt offenlasse, wer der Mistkäfer und wer der Schmetterling ist) 🙂

Hardcover und Taschenbuchauflage
Jubiläumsauflage

Über Elisabeth

Autorin historischer und zeitgenössischer Romane
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