Text-Adventskalender 17. Dezember 2019

Hm, was hat Falk denn nur so … erschreckt?

Schauen wir mal hinter Türchen 17:

Vor ihm stand ein Mädchen – nur in ein Tuch gehüllt, das mehr zeigte als verdeckte. Offenbar hatte sie das Fähnchen hastig vom Esstisch gerissen, wo es sonst als Tischläufer diente.

Er sah gebräunte glatte Haut, ehe er sich intensiv für die Holzdecke zu interessieren begann. „Ich bin Falk!“ Ob das Erklärung genug ist, weshalb ich, ohne anzuklopfen, in eine fremde Wohnung platzte?

Das Zuschlagen einer Tür verriet ihm, dass das Mädchen erfolgreich die Flucht angetreten hatte. „Und ich nicht angezogen!“, lautete die Antwort durch die geschlossene Tür hindurch.

„Freut mich, Nichtangezogen.“

„Du bist noch genauso unmöglich wie früher!“

„Weshalb dann dieses überraschtes Quieken?“

„Ich quieke nicht! Aber deine Eltern sagten mir schon, dass du mit jedem Jahr ein bisschen unverschämter wirst.“

Falk zog eine Grimasse. „Die Betonung lag vermutlich auf ein bisschen!

„Nein, auf unverschämt.

Er hatte Junia sofort wiedererkannt, obwohl er sich beeilt hatte, die Deckenmaserung zu inspizieren. Ein eigentümliches Gefühl beschlich ihn, das er nur schwer einordnen konnte. Er hatte Junia vor etwa einem Jahr kennengelernt, zusammen mit einer Gruppe weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter seiner Eltern. Vom ersten Tag an hatte er Junia faszinierend gefunden, sie hingegen hatte ihm im Laufe der Zeit zunehmend mehr die kalte Schulter gezeigt. Überhaupt war sie ein wenig seltsam gewesen – was sein Interesse an ihr nur verdoppelt hatte. Sie war freundlich und höflich aufgetreten, hatte sich allerdings bei jeder Gelegenheit zurückgezogen. Als fürchtete sie andere Menschen … ganz besonders ihn, was manche seiner Mitmenschen vermutlich durchaus verständlich finden würden.

Aber weshalb stand sie jetzt unbekleidet in der Unterkunft seiner Eltern? Falk starrte die Tür an, die sie lautstark hinter sich zugeworfen hatte. Mit Sicherheit hatte sie weder mit seiner Ankunft noch mit einer verfrühten Heimkehr seiner Erzeuger gerechnet, sonst hätte sie sich etwas übergezogen. Vielleicht arbeitete sie hier erneut als Praktikantin. Schließlich nannte man seine Eltern zwar Abenteurer, doch sie hielten weltweit Vorträge über ihre Entdeckungen und galten als von Historikern und Archäologen gleichermaßen anerkannte „Schatzsucher“, da sie stets äußerst professionell mit dem umgingen, was sie fanden. Sie zogen immer Experten zurate und ließen die gefundenen Artefakte Museen zukommen, wenn möglich sogar in deren Herkunftsländern. Die beiden Meeresarchäologen hatten mehr als einmal Schiffs- oder Flugzeugwracks aus dem Zweiten Weltkrieg aufgespürt, die noch Treibstoff oder Sprengkörper an Bord gehabt hatten, und damit eine mögliche Naturkatastrophe verhindert.

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, warum Falk so ist – wie er nun mal ist? Vielleicht lüftet sich dieses Geheimnis morgen ein wenig …

Noch mehr gelüftete Geheimnisse gibt es im „Das Lächeln des Drachen“. Wer den Roman gern verschenken möchte (Gutschein zu Weihnachten – dann kommt das Buch gleich nach Veröffentlichung persönlich gewidmet und signiert an den/die Beschenkten) oder für sich selbst vorbestellen, ist HIER genau richtig.

Kanada, 2013: Falk Jäger reist auf Bitten seiner Eltern auf die als Schiffsfriedhof bekannte Insel Sable Island. Er ist hocherfreut, dort auf Junia zu treffen, doch die junge Frau ist von einem dunklen Geheimnis umgeben, und Falk soll ihr helfen, die Wahrheit über ihre Vergangenheit ans Licht zu bringen. Mit Hilfe seiner Freunde macht sich Falk daran, das Rätsel um Junia zu lösen. Die Spur führt zurück ins England des 19. Jahrhunderts, zu einer britischen Adelsfamilie, einer unkonventionellen jungen Lady und einem geheimnisvollen Schatz. Doch was hat es mit dem mysteriösen Ninja auf sich, der ständig in Junias Nähe auftaucht? Schon bald schweben die Freunde in großer Gefahr …

Ein spannender und vielschichtiger Roman – und ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Freunden aus „Das Mädchen aus Herrnhut“ und „Skarabäus und Schmetterling“.

Und macht doch noch beim gerade stattfindenden Gewinnspiel mit. HIER findet ihr es.

Über Elisabeth

Autorin historischer und zeitgenössischer Romane
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